Wenn Worte unterwegs sind
Es gibt Gespräche, da werde ich richtig sauer. Nicht, weil unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen, sondern weil ich unterbrochen werde. Mitten im Satz. Als wäre das, was ich sage, nicht der Rede wert.
Kennst Du das? Dieses Gefühl, wenn Deine Worte noch auf dem Weg sind – und jemand schon darüber hinwegredet?
In solchen Momenten spüre ich etwas ganz Besonderes: Einen inneren Aufruhr. Eine Mischung aus Ärger, Enttäuschung und dem tiefen Wunsch, gehört zu werden.
Und genau das ist es, was viele meiner Klientinnen und Klienten beschreiben: Dass sie sich nicht gehört fühlen. Nicht in der Arbeit. Nicht in der Beziehung. Manchmal nicht mal von sich selbst.
Was ich in diesen Momenten gelernt habe: Es geht nicht darum, lauter zu werden. Es geht darum, klarer zu sein. Klarer in dem, was ich brauche. Klarer in dem, wie ich es sage. Klarer in meinen eigenen Grenzen.
Und vielleicht – das ist die unbequeme Wahrheit – braucht es manchmal auch den Mut zu sagen: „Lass mich bitte ausreden. Was ich sage, ist wichtig. Für mich."
Das ist keine Schwäche. Das ist Selbstachtung in Aktion.
Was machst Du, wenn Du das Gefühl hast, nicht gehört zu werden?